Interview mit Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Michaël Youn

Wie entstand die Idee für VIVE LA FRANCE?
Als wir anfingen, bin ich mit meinen beiden Koautoren zu einem intensiven „Schreiblager“ nach Südfrankreich gefahren, um nicht von anderen Verlockungen abgelenkt zu werden. Eines Tages kam ein italienischer Kumpel vorbei, der uns eine haarsträubende Geschichte erzählte, die er in irgendeinem Magazin gelesen hatte: Zwei Al-Qaida-Terroristen, die eigentlich ein Attentat in Mailand verüben sollten, landeten in Neapel, nachdem ihr Flieger aus technischen Gründen dorthin umgeleitet wurde. Innerhalb einer Woche wurde der eine von der Camorra erledigt, der andere wurde von Kindern ausgeraubt. Da waren also zwei Männer, die vor hatten, den Westen zu traumatisieren und am Ende selbst traumatisiert wurden. Ein fabelhaftes Beispiel für das Sprichwort „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“. Eine Thematik, die sich ausgezeichnet für eine Komödie eignet!

Sie haben diese Vignette als Ausgangsmaterial benutzt?
Ja, wenngleich wir auch versucht haben, Leuten so wenig Schaden wie möglich zuzufügen: Es schien uns sofort wichtig, nicht vom Maghreb zu sprechen, sondern vom islamistischen Radikalismus. Terrorismus kann auch aus Europa kommen, wie etwa die ETA zeigt, die Roten Brigaden oder die korsische FLNC. Deshalb haben wir ein Land erfunden, dass es gar nicht gibt. Es ist eher Zentralasien als Nordafrika, mehr Schnauzbart als Vollbart. Wir wollten uns auf keinen Fall auf ein spezifisches Land festlegen. Indem wir Zentralasien wählten, wo selbst die Ländernamen schwierig auszusprechen sind, konnten wir mehr in die Fiktion eintauchen und auf die Vorstellungskraft der Zuschauer bauen. Eine andere Schwierigkeit war, was das Schreiben betraf, einen Beweggrund zu finden, der den Akt des Terroranschlags rechtfertigen würde, ohne dass unsere zwei Antihelden automatisch unsympathische Personen würden. Wir wollten unbedingt dafür sorgen, dass die beiden Protagonisten genügend lächerlich sind und nicht zu böse, und dass sie genügend manipuliert sind, um auch von Anfang an fesselnd zu sein. Ich wollte, dass man sie – gleich wenn man sie im Flugzeug sieht – ins Herz schließt, weil man sofort denkt: Die erreichen ihr Ziel eh nie.

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Sie werfen einen Blick von außen auf Frankreich und decken mit viel Humor die offensichtlichsten Stereotypen auf.
Es kommen circa 80 Millionen Touristen jährlich nach Frankreich. Das macht einen ganz schwindlig, vor allem, wenn man den Platz sieht, der für die Ausländer reserviert ist. Wir sagten uns, dass das ein gutes Mittel ist, gleichzeitig die kleinen Fehler sowie die Großartigkeit Frankreichs herauszuarbeiten. Welches sind die Klischees, die sich bedauerlicherweise hartnäckig halten? Was macht Frankreich zu einem einzigartigen Land? Wir vergessen oft, dass wir in einem wunderbaren Land leben und stolz darauf sein können, Franzosen zu sein – ohne nationalistisch oder Anhänger der Front National zu sein. Die Parolen der Marseillaise sollten uns eigentlich zusammenführen und nicht gegen einander stellen. Meine Familie hat einen sehr gemischten Stammbaum; das macht mich nicht weniger stolz, ein Franzose zu sein und mein Land zu lieben. Dies wollte ich auch auf humoristische Weise mit meinem Film zum Ausdruck bringen: Ich wollte eine „Deklaration des Humors“ für das Land realisieren, das einst meine Großeltern aufgenommen hat.


Man wirft einen völlig neuen Blick auf die Schönheit Frankreichs.
Im Allgemeinen finde ich in Frankreich keine große Inspiration. Ich finde die amerikanischen Landschaften zum Beispiel viel kinotauglicher. Als ich mir allerdings Gedanken über die Locations machte, riet mir mein italienischer Freund, doch auf die natürlichen Landschaften Frankreichs zurückzugreifen – weil, seiner Meinung nach, das französische Kino überhaupt nicht mehr die Schönheit unseres Landes wahrnimmt. Er riet mir also, mit den Augen eines Woody Allen etwas von Frankreich zu zeigen, speziell von Paris. Als wir dann auf Korsika, in Marseille, am Lot oder in Paris drehten, wollte ich die Frische und das Entzücken ausdrücken, die man bei seiner ersten Reise durch Frankreich zu spüren bekommt. Man soll sich fühlen wie in einer Kinoszenerie. Ich wollte das Frankreich wiederentdecken, von dem man als Bewohner die ganz eigene wundersame Kraft gerne vergisst, wollte es aus dem Blickwinkel eines Kindes oder eines Amerikaners einfangen.


Selbst wenn der Film auf unterhaltsame Art und Weise die Makel von Frankreich und seiner Einwohner anprangert, stellt immerhin die Figur der Marianne das Ansehen wieder ein bisschen her...
Wenn Frankreich ein großartiges Land ist, dann deshalb, weil dort die Demokratie erfunden wurde – ebenbürtig zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Darauf macht Marianne Feruz aufmerksam, als sie ihm sagt, dass die Freiheit das höchste Gut unseres Landes ist. In einer Szene, die dem Schnitt zum Opfer gefallen ist, erklärt einer der beiden Antihelden Frankreich zu einem Land, in dem nur Stänkerer, arrogantes Pack und undiszipliniertes Volk wohnen würde. Aber genau aus dieser Ansammlung unperfekter Individuen schöpft Frankreich seinen größten Reichtum: die Freiheit zu kritisieren. Genau das verkörpert Marianne, deren Name offensichtlich symbolischen Charakter besitzt.


Wie haben Sie die beiden Protagonisten aufgebaut?
Zunächst müssen sie das Gefühl vermitteln, zwei totale Knallköpfe zu sein, weil genau das der Schlag von Leuten ist, die der Sohn des Präsidenten von Taboulistan sucht. Tatsächlich müssen sie vor allem Patrioten sein – nicht so sehr Fanatiker, sondern Typen, die keine große Distanz zu ihrem Land haben: in einer Diktatur kann man nicht wirklich an sich selbst denken. Wir haben es hier also mit zwei Hirten zu tun aus einem vom Rest der Welt vollkommen abgeschlossenen Land, die Erdfladen essen und Benzin trinken. Von kultureller Bildung kann keine Rede sein. Aber ihre Stärke ist ihre Naivität und ihr unschuldiger Blick auf die Welt. Sie sind keine „Besucher“ auf Zeit, wie Jacquouille und Godefroy de Montmirail aus dem Film von Jean-Marie Poiré, sondern geografische „Besucher“. Die Diskrepanz wäre genauso groß, wenn sie aus dem Mittelalter kommen würden.


Beide sind jedoch grundverschieden...
Absolut. Auf der einen Seite haben wir einen Anführer, der bei seiner Mission Vollgas gibt und seinem Führer dienen will. Er ist eine Art Leithammel, der – ohne zwangsläufig ein Selbstmordattentäter werden zu wollen – seinen Auftrag respektiert und nicht so sehr über sich selbst nachdenkt. Auf der anderen Seite haben wir einen Mitläufer, eher naiv, der allerdings betroffen wird und merkt, wie wertvoll das Leben ist. Doch bevor es so weit ist, sind sie einfach zwei Typen, die überzeugt sind, dass das Leben auf der Erde die Hölle darstellt und sie nach dem Tod ins Paradies kommen. Man darf wirklich keine Zukunftsperspektive besitzen, um eine derartige Denke zu entwickeln und bereit zu sein, sich in die Luft zu sprengen. Aber wenn man jeden Tag um fünf Uhr früh aufsteht, um sich um seine Ziegen zu kümmern, und wenn man sich von Erdfladen ernährt, wirkt dieser Entschluss logisch. Es liegt nicht auf der Hand, diese Art von Manipulation heraufzubeschwören, die alle Selbstmordattentäter hinnehmen, denn letztendlich sind sie stets die ersten Opfer des Terrorismus. Infolgedessen sind unsere zwei „Angreifer“ von Anfang an Opfer, und die Frage, die der Film stellt, lautet: Wie werden sie es anstellen, sich von ihren Vorurteilen zu befreien, um selbst über ihr Schicksal zu bestimmen und zu lernen, keine Angst mehr vor dem Fremden zu haben?


Wie haben Sie den Weg dieser beiden Tölpel durch Frankreich aufgezogen?
Ich wollte sie eigentlich aus dem Baskenland losziehen lassen. Aber weil das Baskenland eine gewisse Autonomie besitzt, habe ich mich für Korsika entschieden, weil es einerseits ein Teil Frankreichs, andererseits ein abgeschiedenes Territorium ist. Um die Idee des Sprichworts „Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein“ umzusetzen, die ich am Anfang erwähnte, wollte ich unsere beiden Antihelden mit echten Terroristen konfrontieren. Deshalb dachte ich an Nationalisten der FLNC oder eben an Corsica Patrimonio, eine von uns erfundene Bewegung. Wir haben also ein Mittel gefunden, wie wir die beiden in Korsika landen lassen können. Dann haben wir uns Gedanken über die Reise gemacht, die sie quer durch Frankreich führt. In den ersten Drehbuchentwürfen sind sie dann an die Cote d’Azur gegangen, wo sie Zügellosigkeit entdecken, anschließend über den Südwesten weiter in die Bretagne. Oder sogar durch Lyon und das Burgund bis nach Paris. Allerdings habe ich mich dann für Marseille entschlossen: Die Einwohner von Marseille sind mit die herzlichsten der Welt, bieten Neuankömmlingen stets ein Glas Wein an und nehmen sie gerne unter ihre Fittiche. Allerdings sind sie auch dafür bekannt, dir einen Kopfstoß zu versetzen, wenn man in einem Trikot von Paris Saint-Germain erwischt wird. Deshalb musste ich meine beiden Pieds Nickelés (Figuren aus einer Trickfilmreihe) konfrontieren mit Schindereien, gewissen Merkmalen der Intoleranz, Handgreiflichkeiten. Und dass sie bei gewissen Korsen und Bewohnern von Marseille auf Widerstand stoßen.


Glücklicherweise ist dies nicht der einzige Aspekt, den sie in Frankreich entdecken.
Nach den Widerständen aus der Bevölkerung, Hürdenläufen im Verwaltungsbereich, Verständigungsschwierigkeiten mit der Polizei und so weiter, dürfen sie auch die Großartigkeit Frankreichs kennenlernen und die Gründe, weshalb unser Land so viele Träume und Werte vermittelt. Das geschieht durch die Gastronomie, durch die Schönheit der Landschaft, durch die Schönheit der Französinnen... auch wenn das Klischees sind – die beanspruche ich einfach für mich. Übrigens ist es kein Zufall, wenn die Amerikaner über die Pariserinnen der Sechzigerjahre fantasieren... Denn die Französin ist von ihrer Sexualität ganz ausgefüllt und weckt damit Fantasien... Ich habe versucht, sie an den Platz zu stellen, den sie in der aktuellen Gesellschaft einnehmen. Ferner ist die Großzügigkeit eine der Stärken Frankreichs. Obwohl es heute aufgrund von Wirtschaftskrisen und gewissen politischen Spannungen nicht allzu leicht ist, ist Frankreich nach wie vor ein Land, das einen mit offenen Armen empfängt; es ist ein Land, in dem man gerne lebt und dessen Werte man gerne annimmt.


Das Absurde reizen Sie bisweilen ganz schön aus - etwa in der Szene, in der sich die beiden Taboulistaner im Abschiebezentrum groteske Kostüme anziehen müssen.
Im Verlauf ihrer Konfrontation mit der Lebensart in Frankreich und seiner Einwohner wollte ich, jenseits der kafkaesken Seite unserer Verwaltungen und den intoleranten Aufsichtsbehörden, gewisse Abartigkeiten aufs Korn nehmen, die meiner Meinung nach eher Kennzeichen der westlichen Welt sind als irgendwelcher armer Dritte-Welt-Länder. Ich glaube, dass der Reichtum, das hohe Entwicklungsniveau und der Zugriff auf Technologien auch sexuellen Wahn mit sich bringen: Ich bin mir nicht sicher, ob es in Taboulistan SM-Clubs geben würde. Aber ich kann diese Abartigkeiten einfach nicht ernst nehmen, wie man im Film sieht... Auf der anderen Seite war es mir wichtig in Erinnerung zu rufen, dass in unserem Land auch Korruption existiert und dass ein Verantwortlicher im Abschiebezentrum sehr wohl korrumpierbar ist, wenn man es richtig anstellt. Oder seine Perversion drückt sich dann darin aus, dass er die beiden als Hase und Tausendfüßler verkleiden lässt und mit ihnen tanzt, offensichtlich aus einer Kindheitserinnerung heraus. Vor allem aber hatte ich einfach Lust, die beiden Antihelden in verrückte Kostüme zu stecken und sie in dieser unglaubwürdigen Verkleidung entfliehen zu lassen.


Die Szene erinnert an Jerry Lewis...
Bevor ich Regisseur wurde, war ich einfach nur ein Filmfan. Das Fieber hat mich als Achtjähriger gepackt, nachdem mich mein Vater in eine Vorstellung von MARX BROTHERS IM KRIEG mitgenommen hatte. Und ich glaube, dass man meine Kinoverrücktheit spürt: Ich ließ mich ebenso vom Rat Pack wie von Jerry Lewis inspirieren, von Die GROSSE SAUSE wie auch von den Marx Brothers. Allerdings strebe ich danach, diese Referenzen so weit wie möglich in den Hintergrund zu drängen, um meinen eigenen Stil zu finden – obwohl ich mich zunächst auf filmische Referenzen berufe, ehe ich mein eigenes Universum finde. Ebenso bin ich jemand, der erst selbst lacht, bevor er jemand anderes zum Lachen bringt.


Die Kostüme tragen zur Charakterisierung der beiden Helden während ihrer Reise bei.
Die Komödie wie die Figuren ergeben sich durch die Kostüme. Wir haben viel Arbeit in die Auswahl der Kleider gesteckt, die witzig, unmittelbar einprägsam sein sollte, ohne unbedingt auf der Leinwand schon mal da gewesen zu sein und nicht als reine Verkleidung wirken sollte – ausgenommen natürlich die Szene im Abschiebezentrum. Diese Absicht schlägt sich in kleinen Details wieder, wie etwa in der Tatsache, dass die beiden Helden das gleiche Hemd tragen oder dass sie Farbkombis tragen, die nicht unbedingt harmonieren. Am Anfang des Films wollte ich sie wie „Terroristen“ kleiden: In meinen Augen tragen sie im Flugzeug typische Terroristenklamotten aus den Siebzigerjahren, die einen unauffällig machen sollen und gleichzeitig ein verdächtiges Aussehen verleihen. Ich wollte, dass die Zuschauer Bilder des Attentats in München von 1972 vor Augen haben. Im Verlauf der Geschichte wollte ich dann, dass sich ihre Kostüme nach und nach, angemessen zur Wandlung ihrer Geisteshaltung, verändern. In der Villa in Korsika wählen sie zum Beispiel Ferienkleidung – eine Bermuda-Short und ein Sportshirt -, dann wiederum ziehen sie Klamotten an, wie man sie nur auf dem Land trägt, was sie in die Familie von Marianne eingliedert. Und als sie dann Klamotten aus den Neunzigerjahren anhaben, die nicht unbedingt zu ihrer Figur passen, könnten sie plötzlich als schwules Pärchen durchgehen.


Gestalteten sich die Dreharbeiten schwierig?
Ein Roadmovie ist immer kompliziert. Wir haben in fünf verschiedenen Regionen gedreht: im Süden Marokkos, das als Taboulistan herhalten musste, in Marseille, dem Südwesten, Korsika und Paris. Plötzlich mussten wir uns auf Locationsuche an fünf verschiedenen Orten begeben, als ob man fünf verschiedene Filme drehen wollen würde. Das war extrem anstrengend – allerdings hatte ich das Glück mit Leuten zusammenzuarbeiten, die ihren Job lieben, angefangen vom Kameramann hin zum Bühnenbildner und zur Maskenbildnerin. Es war eine noch viel intensivere Teamarbeit als bei meinem vorherigen Filmprojekt. Jeden Morgen vor Drehbeginn versammelte sich das Team und sang die taboulistanische Hymne!


Die enge Verbundenheit mit José Garcia spürt man von der ersten Sekunde an.
Alle Schwierigkeiten, die wir beim Dreh hatten – die Reisen, die Sandstürme, der Tornado, die Affenhitze in Marseille im August etc... –, lösen sich in Luft auf, wenn man José Garcia an seiner Seite hat. Von allen Leuten, die ich im Lauf meiner Karriere kennengelernt habe, ist er derjenige, der seinen Beruf am meisten liebt. Er liebt es, Schauspieler zu sein, und er bringt als Künstler wesentlich mehr mit als ich. Übrigens ist es nicht sein Ding, sich in seinem Wohnwagen auszuruhen. Er steht von neun Uhr in der Früh bis acht Uhr abends bei der Kamera und bringt ständig dutzende von Ideen ein, von denen der Film profitiert. Es ist schwierig, gleichzeitig vor und hinter der Kamera zu agieren, und José Garcia hat es geschafft, dass ich immer guter Laune geblieben bin. Ich bin jeden morgen mit großer Freude ans Set gekommen, weil ich wusste, dass er da ist. Es gab nicht einen einzigen Tag, an dem wir uns nicht totgelacht haben und an dem wir nicht neue komische Einfälle für die Geschichte bekommen hätten, auch wenn wir sie dann gar nicht eingebaut haben.


Wollten Sie ihm von Anfang an die Rolle des Muzafar geben?
Ursprünglich wollte ich selbst Muzafar spielen, den „Leithammel“ des Duos, und stellte Überlegungen an, wen ich als Feruz besetzen könnte, den zarteren der beiden. Allerdings habe ich keinen Schauspieler gefunden, der mich für diese Rolle genügend begeistert hätte. Schließlich dachte ich mir, dass es interessant wäre, für mich als Schauspieler, in eine Richtung zu gehen, die ich vorher noch nicht eingeschlagen hatte und mich in Charaktereigenschaften wie Weichheit und Unschuld einzufühlen. In Filmen wie LA BEUZE bin ich als aufrührerischer Geist und Hitzkopf aufgetreten – dieses Bild haben die Leute von mir. Mit José habe ich meinen Meister im Lehrfach Energie gefunden. Neben allen anderen französischen Schauspielern hätte ich den Leithammel geben können, aber nicht neben ihm! Das ist der Grund, weshalb ich ihm die Rolle des Muzafar anvertraut habe.


Wie kam Isabelle Funaro an die Rolle der Marianne?
Ich habe ihr die Rolle auf den Leib geschrieben. Wie der Name Marianne sagt, symbolisiert sie die Werte Frankreichs: die Großzügigkeit, die Toleranz und gleichzeitig die Suche nach Gerechtigkeit sowie den Ungehorsam. Ich habe aus ihr aus offensichtlichen Gründen auf der einen Seite eine wunderschöne und selbstbewusste Frau gemacht, auf der anderen Seite eine Journalistin. Von Anfang an wusste ich, dass nur Isabelle für diese Figur in Frage kommt, weil sie all das verkörpert, was Marianne ausstrahlt.
Michaël Youn - Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Vive la France

Michaël Youn

Nachdem Michaël Youn (* 1973) die Wirtschaftsschule in Nizza abgebrochen hatte, besuchte er die Schauspielschule Cours Florent, die er allerdings nie abschloss. Entmutigt vom Schauspielmilieu, schlug er sich zunächst als Telefonist bei Skyrock, Fun Radio und Radio Nova durch. Im Schatten der damals angesagten jungen Radio-Comedians Jamel, Eric und Ramzy, redigierte er ihre Texte. Schließlich gab man ihm die Morgenshow bei Skyrock, wo er die Nachrichten in einem unverkennbar schrägen Ton verlas. Nach weiteren Arbeiten im Radio feierte er schließlich erste Erfolge im Fernsehen, bis er schließlich 2003 sein Kinodebüt gab. In der Rolle des Alphonse Brown war er in der Komödie LA BEUZE zu sehen. Im Folgejahr wurde er für 11 commandements, eine Art französisches „Jackass“, besetzt. Nach Rollen in AROUND THE WORLD IN 80 DAYS („In 80 Tagen um die Welt“, 2004) und L’UN RESTE, L’AUTREPART (2005) schlüpfte er in die Pantoffeln des Großvisiers Iznogoud für Regisseur Patrick Braoudé und war im wahrsten Sinne des Wortes INCONTROLABLE (2006) an der Seite von Hélène De Fougerolles.

Mit HÉROS aus dem Jahr 2007 brach er mit seinem Image als durchgeknallter Komiker. Der Film, in dem er einen Psychopathen spielt, eröffnete die Reihe La Semaine de la Critique beim 60. Festival de Cannes. Nach Synchronarbeiten für MADAGASCAR („Madagascar“, 2008) und dessen Folgefilm, spielte er 2009 Billy the Kid in LUCKY LUKE („Lucky Luke“) von James Huth. 2010 gab er mit FATAL sein Debüt als Regisseur. Kurz nachdem er Vater geworden war, verkündete Youn 2011, künftig menschlichere und nicht mehr allzu verrückte Rollen spielen zu wollen. Im Folgejahr rührte er an der Seite von Jean Reno den Kochlöffel in Daniel Cohens COMME UN CHEF („Kochen ist Chefsache“, 2012). VIVE LA FRANCE ist seine zweite Regiearbeit.
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